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22 Kasım 2015

Zur Unterbringung von Flüchtlingen: Kündigungen von Mietern durch die Gemeinde wirksam?

Ein Beitrag von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Berlin und Essen.


Ein Beitrag von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Berlin und Essen.


In der Presse war in den vergangenen Wochen mitunter von Fällen zu lesen, in denen Mieter eine Kündigung von der Kommune bzw. dem kommunalen Wohnungsunternehmen erhalten hatten, damit in diesen Wohnungen Flüchtlinge untergebracht werden können. Können solche Kündigungen wirksam sein?


Keine Kündigung wegen Eigenbedarfs:


Wegen Eigenbedarfs kann eine Gemeinde grundsätzlich nicht kündigen, da der Vermieter gem. § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB dabei die Wohnung für sich oder nahe Angehörige benötigen muss. Da es sich bei Gemeinden oder gemeindeeigenen Wohnungsgesellschaften um juristische Personen handelt, die nicht selbst bewohnen können und naturgemäß auch keine Angehörigen haben, scheidet dieser Kündigungsgrund grundsätzlich aus.


Kein Betriebsbedarf bei Unterbringung von Flüchtlingen:


Dass die Kommune die Wohnung auch nicht für ihre Mitarbeiter benötigt, ist auch der sog. Betriebsbedarf nicht einschlägig. Auf Flüchtlinge werden Gerichte diese Fallgruppe wohl nicht erstrecken. Es handelt sich in diesem Fall ja nur um allgemeine öffentliche Aufgaben.


Kündigung wegen notwendiger Erfüllung von öffentlichen Aufgaben?


Gerichte haben in vergangen Fällen mitunter die notwendige Unterbringung von Asylbewerbern oder Obdachlosen als Kündigungsgrund für die Gemeinde anerkannt. Ich halte das für äußerst zweifelhaft vor dem Hintergrund, dass vom Gericht im Ergebnis eine Interessenabwägung vorzunehmen ist. Diese beinhaltet sowohl die grundrechtlich geschützten Interessen des Mieters als auch die ebenfalls grundrechtlich geschützten Interessen des Vermieters. Als grundrechtlich geschütztes Interesse des Vermieters kommt letztlich nur die Erfüllung von öffentlichen Aufgaben, hier die Vermeidung von Obdachlosigkeit für Dritte in Betracht. Genau diesem Interesse steht allerdings das gleiche Interesse des Mieters gegenüber. Allerdings mit dem Unterschied, dass der Mieter bereits seit vielen Jahren Mitglied der Gemeinde ist. Insofern kann eine Interessenabwägung regelmäßig nur zu Gunsten des Mieters ausgehen.


Restrisiko für Mieter bleibt:


Da es keine gefestigte Rechtsprechung zu dieser Frage gibt, bleibt für betroffene Mieter ein Restrisiko. Der Prozess kann unter Umständen verloren gehen.


Räumungsklage riskieren:


Ich empfehle Mietern, unbedingt in der Wohnung zu bleiben und eine Räumungsklage des Vermieters zu riskieren. Auch wenn die Gemeinden unter großem öffentlichen Druck stehen, ist das Ausspielen der Interessen der Gemeindemitglieder gegen Interessen der Flüchtlinge weder politisch opportun noch medial sinnvoll. Das werden die Kommunen vermutlich noch einsehen. Auch in den Fällen, in denen Räumungsverfahren von den Kommunen durchgezogen werden, stehen die Chancen vor Gericht nicht schlecht.


Kündigung des Mietverhältnisses erhalten? Wir beraten und vertreten Mieter bundesweit in allen Fragen rund um die Kündigung des Mietverhältnisses und in Räumungsverfahren.


11.11.2015


Videos und weiterführende Informationen mit Praxistipps zu allen aktuellen Rechtsfragen finden Sie unter: www.fernsehanwalt.com


Alles zum Mietrecht: www.mietrechtler-in.de


Rechtsanwaltskanzlei

Bredereck & Willkomm

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Zur Unterbringung von Flüchtlingen: Kündigungen von Mietern durch die Gemeinde wirksam?

28 Mayıs 2015

Stadtmarketing: Eningen - Gesund leben im Landkreis Reutlingen

“Gesunde Gemeinde – Gesunde Stadt im Landkreis Reutlingen.” feierliche Zertifikatsübergabe


Stadtmarketing: Eningen - Gesund leben im Landkreis Reutlingen“Gesunde Gemeinde – Gesunde Stadt im Landkreis Reutlingen.” Das Landratsamt Reutlingen, die Geschäftsstelle Kommunale Gesundheitskonferenz, hatte diese Initiative ausgeschrieben und drei Gemeinden des Landkreises hatten sich um die Zertifizierung beworben. Nun wurde das Zertifikat am 8. Mai in einer feierlichen Gala in der Eninger HAP-Grieshaber-Halle erstmals an die Gemeinden Eningen, Hülben und Hohenstein verliehen. Landrat Thomas Reumann übergab mit “LaOla-Wellen” im Saal als Gastgeber die Zertifikate. Der Tübinger Langstreckenläufer und Olympiasieger Dieter Baumann moderierte den Abend und auch Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter unterstrich die große Bedeutung einer solchen Verleihung indem sie eigens für diese Veranstaltung nach Eningen gekommen war.


“Gesundheit ist ein Thema, das ganz konkret die Bürger angeht.” Ministerin Katrin Altpeter betonte den hohen Stellenwert, den Gesundheit für die Menschen und ihre Lebensqualität hat. Deshalb unterstütze die Landesregierung auch die kommunalen Gesundheitskonferenzen konsequent. Sie zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen, die in den zertifizierten Gemeinden in doch relativ kurzer Zeit erreicht werden konnten.


Um auch etwas für ihre eigene Gesundheit tun zu können, lud Moderator und Olympiasieger Dieter Baumann die Ministerin spontan, zur großen Freude der anwesenden Gäste, zum gemeinsamen Joggen ein – er gebe das Tempo vor. Katrin Altpeter schien gar nicht abgeneigt, wollte sich aber bezüglich des Tempos ein Mitspracherecht sichern.


Der Abend verlief in ausgesprochen gelöster Stimmung. Landrat Thomas Reumann fragte sich laut, was denn so ein ‘Bäbberle’ eigentlich bringe, um kurz darauf selbst zu resümieren, er fände “das Bäbberle richtig klasse!” Dieses Zertifikat sei für die ausgezeichneten Gemeinden ein enormer Standortvorteil. Zeige es doch auch nach außen, dass es sich in einer solchen Gemeinde hervorragend leben lässt. In Richtung der Eninger, im Besonderen mit Blick auf den Arbeitskreis Eningen und das Gesundheitsforum Eningen e.V., brachte er seinen Respekt zum Ausdruck, was aus der Gesundheitsinitiative inzwischen geworden ist.


In einer Podiumsrunde zum Thema “Gesundheit – Zukunftsthema für Kommunen” forderte Dieter Baumann seine Gesprächspartner auf humorvolle Weise heraus. Thomas Reumann und die Arbeitskreisleiter der drei zertifizierten Gemeinden, Dr. Barbara Dürr stellvertretende Bürgermeisterin aus Eningen, Bürgermeister Siegmund Ganser aus Hülben sowie Bürgermeister Jochen Zeller aus Hohenstein stellten für die Zuhörer interessante Gesprächspartner, die aus Ihren Erfahrung mit dem Projekt berichteten.


Für Eningen hob Dr. Barbara Dürr die bereits vorher stark vorhandene Basis durch das Gesundheitsforum und den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer hervor. Die verschiedenen lokalen Vereine, die vielen engagierten Gesundheitsanbieter und die Veranstaltungen im Ort hätten alle entscheidend zum Gelingen des tollen Projektes beigetragen. Durch den Arbeitskreis und die enge Zusammenarbeit sei im letzten Jahr ein sehr aktives Netzwerk mit vielen neuen Gesundheitsangeboten entstanden. Vorträge, Veranstaltungen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement oder Autorenlesungen wie zum Beispiel Julie Enders “Darm mit Charme” lockten viele Besucher aus Eningen und Umkreis an. Die Sogwirkung, die das Thema entfacht ist unverkennbar und neue Projekte sind auf dem Weg – eines davon ist beispielsweise ein neu gebildeter Arbeitskreis zum Thema Demenz. Die Zertifizierung trüge stark zur Identifikation mit dem Ort bei und ist ein Imagetreiber für die Attraktivität des Ortes, ist sich Barbara Dürr sicher.


Zur Unterhaltung der Gäste hatten die Eninger die Bläserklasse der Achalmschule für das Rahmenprogramm mitgebracht, die ihren Beitrag souverän und zum Gefallen der Gäste präsentierte. Alle drei beteiligten Gemeinden präsentierten sich den Gästen mit jeweils einem Kurzfilm über ihre Gemeinden, in denen deutlich wurde, wie viel in den einzelnen Gemeinden für das wichtige Thema Gesundheit getan wird. Für das Rahmenprogramm waren aus Hohenstein der ‘coolchor’ aus der Hohensteinschule und aus Hülben eine Kinderballettgruppe mit nach Eningen gekommen, die wie auch der Eninger Beitrag der Bläserklasse bei den Gästen hervorragend ankamen.


Landrat Thomas Reumann zeigte sich stolz auf seinen Landkreis, das wurde in Gesprächen beim Umtrunk im Anschluss an die Verleihung mehrfach deutlich. Und auch Sozialministerin Katrin Altpeter war offensichtlich beeindruckt und angetan von dem, was die Gemeinden in Eigeninitiative mit großer Kondition auf die Beine stellen können. Wie es um ihre Kondition bestellt ist, wird sie vermutlich blad beim Joggen mit Dieter Baumann unter Beweis stellen müssen.


Weitere Informationen: www.gesundheitsforum-eningen.de


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