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2 Nisan 2015

Physiotherapeuten: Schlechte Vergütung führt zu Nachwuchsmangel

Masseure und Physiotherapeuten – Berufsgruppen zwischen den Mühlsteinen


“Physiotherapeut ist ein toller Beruf – man ist nah am Menschen und sieht unmittelbar den

Erfolg der Arbeit. Aber wer soll sich denn angesichts der Vergütungssituation noch für diesen

Beruf begeistern?”, so das resignierende Fazit des Bundesvorsitzenden des VDBPhysiotherapieverbandes,

Wilfried Hofmann. Praxen und Einrichtungen im gesamten

Bundesgebiet spüren schon seit Jahren einen zunehmenden Fachkräftemangel, der bereits in

wenigen Jahren zu Engpässen in der Versorgung mit bestimmten Leistungen führen wird.

Physiotherapeuten/innen und Masseure/innen u. med. Bademeister/innen gehören zu den sehr

wenigen Berufen, die hierzulande die Kosten für ihre Ausbildung selbst tragen müssen. Die

Ausbildung an einer Berufsfachschule dauert drei Jahre bis zum Physiotherapie-Examen und

zwei Jahre bis zum Masseur-Examen, für die Masseure folgt dann noch ein halbes Jahr

Anerkennungspraktikum. Ein Berufsgesetz des Bundes regelt die Inhalte der Ausbildung und

des Staatsexamens. Die Schulgelder liegen in Summe zwischen 10.000 und 20.000 Euro für

Physiotherapieschüler, bei 7.000 bis 12.000 Euro für Masseurschüler. Das System

unterscheidet sich deutlich vom dualen Ausbildungssystem etwa bei den Pflegekräften mit

Schule und Praxisteilen in der Klinik, die ihnen auch ein Ausbildungssalär zahlt. Das

Einstiegsgehalt liegt bei Physiotherapeuten im Westen bei rund 1.600,- brutto monatlich bei

Vollzeit, im Osten aufgrund der diskriminierenden Abschläge bei der Vergütung der Praxen

durch die Gesetzlichen Krankenkassen um rund 15-20% tiefer.

Im August 2014 veröffentlichte das Bundesinstitut für Berufliche Bildung eine Statistik,

wonach die Anzahl der Physiotherapieschüler vom Schuljahr 2007/2008 bis 2011/2012 um

10,1% zurückging, die Anzahl der Masseurschüler um besorgniserregende 28,1%. Diese

Entwicklung verstärkt sich: einige Schulen haben in 2014 die Schließung von Standorten

beschlossen, um auf die sinkenden Bewerberzahlen zu reagieren.

Noch schlimmer: Absolventen suchen sich zunehmend andere berufliche Wege abseits der

kurativen Behandlung von erkrankten und verletzten Patienten. Statistisch ist dieses

Phänomen noch nicht erfasst. Aber in einer Diskussion mit 300 Physiotherapieschülern in

Rheinland-Pfalz im letzten Sommer zeigte sich, dass einige Schulen bei ihren jährlichen

Absolventenumfragen feststellen mussten, dass sich rund die Hälfte der Absolventen der

zurückliegenden Examensjahrgänge berufliche Wege abseits der Behandlung von Patienten

sucht oder diese bereits gefunden hat.

Anschläge


Über:


VDB-Physiotherapieverband
Herr Michael Stehr
Kölnstraße 4
53111 Bonn
Deutschland


fon ..: 0228 / 21 05 06
fax ..: 0228 / 21 05 52
web ..: http://www.vdb-physiotherapieverband.de/
email : bv@vdb-physiotherapieverband.de


Berufs- und Wirtschaftsverband der SELBSTÄNDIGEN in der Physiotherapie in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins (e.V.).

Rund 3500 physiotherapeutische Mitglieder und Praxen in Gesamtdeutschland.

Selbständige VDB-Landesverbände im gesamten wiedervereinigten Deutschland, die im VDB-Physiotherapieverband – Bundesverband -, mit Sitz in Bonn, zusammengeschlossen sind (Föderalistische Struktur).

Eigenes Verbandsorgan und Fachzeitschrift “Therapie + Praxis” für physikalische Therapie, Berufs- und Gesundheitspolitik, Recht und Wirtschaft, Fort- und Weiterbildung. Kostenloser Bezug für Mitglieder.

Seit über 60 Jahren kompetenter Vertragspartner der Krankenkassen, deren Verbänden sowie anderer Institutionen.

Veranstalter von Fortbildungen, Seminaren und Kongressen mit fachlichen, wirtschaftlichen, rechtlichen und berufspolitischen Themen auf Landes- und Bundesebene.

Nationale und internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Physiotherapie.

Sie können diese Pressemitteilung – auch in geänderter oder gekürzter Form – mit Quelllink auf unsere Homepage auf Ihrer Webseite kostenlos verwenden.


Pressekontakt:


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11 Mart 2015

Skandal Ostabschlag - kein Ende der Diskriminierung absehbar

Masseure und Physiotherapeuten – Berufsgruppen zwischen den Mühlsteinen


Für die Gesetzlichen Krankenkassen scheinen die neuen Bundesländer immer noch die Sparbüchse der Nation zu sein”, so der Stellvertretende Bundesvorsitzende des VDB-Physiotherapieverbandes, Bernd Liebenow (Brandenburg). Diesen Eindruck gewänne er jedenfalls bei Betrachtung der Vergütungen für die Leistungen der Physiotherapeuten und Masseure, die in den Neuen Bundesländern von den Gesetzlichen Krankenkassen noch immer rund 10% geringer als in den alten Bundesländern honoriert werden – und zwar bei gleicher Leistung auf Basis bundesweit gleicher Leistungsbeschreibungen. Beispiel: die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) zahlen einer Praxis für eine Krankengymnastik mit einer durchschnittlichen Dauer von 20 Minuten in den alten Ländern im Schnitt 15,10, in den neuen Ländern 13,40 (Stand Ende 2014) “Das ist eine unerträgliche Diskriminierung der Therapeutinnen und Therapeuten sowie auch der Patienten in den Neuen Ländern, die als Versicherte den gleichen Beitragssatz entrichten wie die Versicherten in den Alten Ländern,” so Bernd Liebenow.

Eingeführt wurde der Ostabschlag vor 25 Jahren im Zuge der Wiedervereinigung mit der Begründung, dass die räumlichen Gegebenheiten und die Ausstattung der Praxen in den neuen Ländern hinter denen in den Alten Ländern zurückbleiben und dass die Ausbildung anders sei. Diese Unterschiede zwischen den Praxen in Ost und West sind längst entfallen, Praxisausstattungen, Ausbildung und Fortbildung der Therapeutinnen und Therapeuten sind längst auf gleichem Niveau.

Doch die Gesetzlichen Krankenkassen wehren sich hartnäckig zum eigenen Vorteil gegen ein Ende des Ostabschlags, und das, obwohl schon die Vergütungen in den Alten Bundesländern deutlich hinter den Preisen zurückbleiben, die ein qualifizierter Handwerksbetrieb erzielt. Bei den Einnahmen haben die Krankenkassen in Ost und West ohnehin lange gleichgezogen: Seit Einführung des Gesundheitsfonds erhielten alle Krankenkassen in Ost und West den gleichen Betrag pro Versichertem aus dem Fonds. Seit Anfang 2015 gelten wieder gleiche Beitragssätze in Ost und West wie vor Einführung des Gesundheitsfonds. Das Sozialgesetzbuch, Fünftes Buch (SGB V), das die Regeln für die Gesetzlichen Krankenkassen enthält, erschwert die Lage zusätzlich, weil es “den Spielraum für die Vergütungsentwicklung auf einen sehr schmalen Korridor verengt, Verhandlungen mit dem Ziel einer wirtschaftlich vertretbaren Preisgestaltung sind so von vornherein nicht möglich”, so Bernd Liebenow.


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