Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig ist stolz, dass die Frauenquote in leitenden Positionen jetzt gesetzlich festgeschrieben ist. Und alle Politiker fordern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es ist allerdings zweifelhaft, ob auch allen Politikern klar ist, dass dies nur mit preiswertem und verlässlichem Strom möglich ist. Denn elektrische Geräte übernehmen immer mehr Hausarbeit und schaffen Freiraum für Hausfrauen. Kinderbetreuung fällt allerdings nicht darunter.
Emanzipation von Frauen wurde nur möglich durch den Einzug von Elektrogeräten in den Haushalt. Das Leben ohne Elektrizität im Haushalt sah es noch vor 60 Jahren anders aus. Die Wohnungen waren zwar an das elektrische Netz angeschlossen, jedoch nur für die Beleuchtung und das Radio. Elektrische Geräte gab es im Haushalt nicht. Sie waren noch nicht entwickelt, und der Strom dafür war zu teuer. Für eine Kilowattstunde Strom musste ein Facharbeiter damals etwa fünf Minuten arbeiten. Und vor gut 100 Jahren kostete die Kilowattstunde Strom den Lohn einer ganzen Facharbeiterstunde.
Das Leben ohne Elektrogeräte
Ohne Elektrogeräte würde eine Person mehr als acht Stunden jeden Tag der Woche arbeiten müssen, um einen Familienhaushalt aufrecht zu erhalten. Es gibt keine Waschmaschine. Die gesamte Wäsche muss von Hand mit Wasser gewaschen werden, das auf dem Herd mit Holz oder Kohle erwärmt wird. Zum Kochen stand vor 60 Jahren zwar auch Stadtgas zur Verfügung, aber mit einem hohen Anteil an hochgiftigem Kohlenstoffmonoxid. Doch wurde das Kochen damit immerhin erleichtert und beschleunigt. Aber der Preis dafür war eine erhöhte Brandgefahr durch die offenen Flammen und immer wieder Todesfälle durch Vergiftungen mit Kohlenstoffmonoxid.
Und so war es vor 60 Jahren ebenfalls: Es gibt keinen Kühlschrank und keine Gefriertruhe. Fleisch, Milch, Gemüse und Fisch verderben schnell. Ohne Kühlschrank und Gefriertruhe gibt es auch keine vorgefertigte Tiefkühlkost. Geflügel und Fisch werden noch lebend oder gerade geschlachtet gekauft und erst zu Hause gerupft oder entschuppt und ausgenommen. Milch wird täglich frisch vom Milchmann geholt. Das gilt auch für Fleisch und Wurst, solange sie nicht geräuchert sind. Auch das Gemüse muss geputzt und gekocht werden. Vorgefertigtes Gemüse hält sich ohne Kühlschrank nicht sehr lange.
Es gibt auch keinen Staubsauger. Krümel und Schuhdreck werden mühsam aufgekehrt, Teppiche und Sessel mit dem Ausklopfer vom Staub befreit, nachdem sie in den Hof oder Garten gebracht worden sind. Geräte zum Rühren und Zerkleinern in der Küche gibt es ebenfalls nicht. Es fehlen der Elektroquirl, das elektrische Messer, die Küchenmaschine, (mehr …)
http://www.prmaximus.de/template/media/mod_article/article/123196_0_400.jpgSteigende Stromkosten contra Emanzipation der Frauen