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27 Ağustos 2015

Deutschland genießt hervorragenden Ruf bei ausländischen Musikstudenten

Deutsche Sprachkenntnisse sind Bedingung zur Aufnahmeprüfung


Deutschland genießt hervorragenden Ruf bei ausländischen Musikstudenten(NL/5875482171) Suttgart/Fulda/Schlitz/Nagold, August 2015.

Großer Beliebtheit erfreuen sich die deutschen Musikhochschulen und -akademien bei Studenten aus dem Ausland. Die Zahl der ausländischen Musikstudenten liegt beispielsweise an der Musikhochschule Stuttgart im ersten Semester bei über 80 Prozent. Für ein Studium sind sehr gute Deutschkenntnisse Voraussetzung.


Liu Jiawen (19), Zhang Yuhan (18) und Song Yang (18) kamen vor einem Jahr nach Deutschland, um sich auf die Aufnahmeprüfung der Musikhochschule in Stuttgart vorzubereiten. Die drei jungen Damen aus der Stadt Shen Yang in Nordchina würden ein schönes Trio geben, denn sie spielen Violine, Klavier und Querflöte. In Deutschland waren sie noch nie zuvor, trotzdem machten sie sich auf die Reise, denn in ihrer Heimat hörten sie, dass Deutschland sehr gute Ausbildungen für klassische Musiker bietet. Neben den staatlichen Hochschulen und Akademien genießen auch die privaten Institutionen einen hervorragenden Ruf. In Fulda beispielsweise findet jährlich im Sommer die Pianale Klavierakademie statt, Interpretationskurse für Klavier mit Sprachkursen für Musiker sowie öffentlichen Konzerten in einem Konzept. In enger Zusammenarbeit mit der Landesmusikakademie Hessen in Schlitz und der inlingua Sprachschule Fulda entstehen somit beste Voraussetzungen für die Weiterbildung und Zukunftsplanung von jungen Musikerinnen und Musikern. In diesem Jahr nahmen 42 junge Musiktalente aus Europa, Nordamerika und Asien an diesem Programm teil. Über 40 Prozent nutzen dabei das Zusatzangebot des begleitenden Sprachtrainings durch inlingua. Wer in Deutschland Musik studieren möchte, muss die Sprache sicher beherrschen.


Sprachliche Anforderungen

Liu Jiawen, Zhang Yuhan und Song Yang zieht es zur Staatlichen Hochschule für Musik und Kunst nach Stuttgart, ausländische Studenten müssen dort ein B2-Zertifikat für Deutsch vorweisen.

Seit gut einem Jahr wohnen die drei Chinesinnen in Mötzingen bei Nagold, bei Verwandten von Zhang Yuhan. Nach ihrer Ankunft in Deutschland besuchten die jungen Frauen sechs Monate lang an fünf Tagen pro Woche vormittags eine Sprachschule. Es war ein Gruppenkurs mit über 15 Teilnehmern. Als wir von einer Freundin erfuhren, dass es bei inlingua individuelle Sprachkurse für Deutsch gibt, wechselten wir. Zu Dritt macht es viel mehr Spaß und wir lernen viel mehr, weil die Lehrerin individuell auf uns eingeht, erzählt Zhang Yuhan. Einen Monat hatten sie bei inlingua Stuttgart von Montag bis Samstag Deutschunterricht, Anfang August absolvierten sie den Test zum B2-Zertifikat. Einmal habe ich den falschen Zug genommen. Das war noch am Anfang. Mein Deutsch war sehr schlecht. Aber die Leute waren alle sehr nett und haben mir geholfen und gezeigt, wo ich hin muss, berichtet Liu Jiawen lachend von einem ihrer ersten Erlebnisse in Nagold. Heute würde ihr das nicht mehr passieren, denn sie könnte sich besser verständigen. Auf die Frage, warum sie denn als junge Menschen die Sprache nicht bequem mittels eines E-Learning-Programms lernen, anstatt fast täglich die weite Strecke nach Stuttgart auf sich zu nehmen, schütteln alle drei vehement den Kopf. Nein, da sind wir zu undiszipliniert. Und die Aussprache- und Grammatikfehler werden nicht so gut korrigiert wie in einem Kurs, ist Zhang Yuhan überzeugt, ohne dass sie je einen Online-Kurs gemacht hätte.


Anforderungen zur Aufnahmeprüfung

Für die Musikhochschule müssen die angehenden Studentinnen noch viel mehr können, als nur die Sprache. Die Aufnahmeprüfung besteht neben der Sprachprüfung aus Musiktheorie, Gehörbildung und dem Vorspielen im Hauptfach. Seit einem Jahr nehmen wir in unserem Hauptfach einmal wöchentlich Musikunterricht an der Musikhochschule. Fast jeden Abend gibt es dort Konzerte, in die wir gehen. So eine Möglichkeit hatten wir in China nicht, schwärmt Song Yang, die zum ersten Mal in Deutschland ist.


Unterschiede zwischen China und Deutschland

Aus ihrer Sicht gibt es viele Dinge in dem europäischen Land, die anders sind als in ihrer Heimat. Typisch deutsch ist für sie das Kaffeetrinken, das in China unüblich ist. Auch das Essen ist anders. In China isst sie zum Frühstück fast die gleichen Speisen wie am Abend, Brötchen mit Butter und Marmelade kannte sie nicht. In ihrer Heimat ist der Rhythmus deutlich schneller als hier. Die Züge und U-Bahnen fahren alle paar Minuten, die Kommunikation funktioniert weniger über E-Mail, dafür mehr über SMS und Telefonate per Handy. Was den drei Frauen am meisten auffällt und auch gefällt, sind die vielen unterschiedlichen Menschen in Deutschland. In China gibt es nur Chinesen, hier gibt es so viele verschiedene Nationalitäten. Und es sind viel weniger Menschen als in China, das ist viel entspannter. Auch die Häuser sind hier unterschiedlich. Zu Hause haben wir nur Hochhäuser, fügt Liu Jiawen hinzu. Sie fühlt sich, ebenso wie ihre Freundinnen, sehr wohl in Deutschland. Bleibt zu hoffen, dass sie nach ihrem Mut, ihre Heimat zu verlassen, alle drei einen Studienplatz bekommen.


Bildunterschriften:

Liu Jiawen (19), Zhang Yuhan (18) und Song Yang (18), angehende Musikstudentinnen aus Nordchina, beim Sprachkurs im inlingua-Sprachcenter in Stuttgart (Bild: inlingua Stuttgart/Frank P. Kistner)


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22 Mayıs 2015

Reif für die internationale Karriere in China?

Kneifen Sie bloß nicht bei Karaoke


Reif für die internationale Karriere in China?(NL/7604011805) Hamburg, Mai 2015.

China erlebte in den vergangenen 20 Jahren einen rasanten Wandel. Viele ältere Chinesen, die heute Managementpositionen innehaben oder mittelständische Unternehmen besitzen, mussten am eigenen Leib Armut, Hunger und den staatlichen Terror Maos während der Kulturrevolution erfahren. So ist es nicht verwunderlich, dass im Land des Lächelns die Neigung zu Harmonie allgegenwärtig spürbar ist. In China gelten im Geschäftsleben andere Grundsätze als in Deutschland, um erfolgreich sein zu können.

Die meisten Deutschen, die als Expat für ihre Arbeitgeber in China waren, berichten nach ihrer Rückkehr, dass es sehr wichtig gewesen sei, nicht nur ein paar Wörter Chinesisch oder Mandarin zu sprechen, sondern auch die chinesischen Verhaltensregeln zu kennen und zu respektieren, schildert Dagmar Schneider, Inhaberin des inlingua-Sprachcenters Osnabrück.


Eine gute Vorbereitung ist ein Muss. Und trotzdem wird man viele Sachen und Riten erst verstehen, wenn man sie selbst erlebt. Die Tatsache, dass man nicht sprechen und verstehen, aber insbesondere auch nichts lesen kann, macht den Lernprozess extrem langsam und mühselig, erzählt Joachim Meister, der als Expat mit seiner Familie einige Jahre in China lebte.

Einige der Verhaltensweisen in dem fernöstlichen Land stammen noch aus der dynastischen Zeit, andere sind Überbleibsel aus der maoistischen Zeit. Sein Gesicht zu verlieren, auch nur ansatzweise, gilt als unschicklich. Das Thema loosing face ist zwar grundsätzlich bekannt, aber die potenzielle Dimension wird einem Europäer erst deutlich, wenn er ein paar Mal vom extrem schmalen Grad heruntergefallen ist. Ein Tanz auf Eierschalen erscheint manchmal einfacher, berichtet Joachim Meister. Generell heißt es deshalb in China, sich in viel Geduld zu üben. Schnell etwas zu klären, das ist definitiv die falsche Taktik, ergänzt Dagmar Schneider.


Eine gute Vorbereitung ist ein Muss

Essen spielt eine zentrale Rolle in der chinesischen Kultur. Guanxi (Beziehung) wird deshalb in erster Linie nicht im Büro, sondern im Restaurant aufgebaut, was übersetzt zahlreiche Abendessen mit viel Alkohol meist starkem Schnaps, Bier, Pflaumenwein und Reiswein bedeutet. Das Glas (0,1 l) leeren die Beteiligten üblicherweise auf einen Zug. Wer die Einladung ablehnt oder beim Trinken Nein sagt, verliert sein Gesicht. Und die geschäftlichen Angelegenheiten werden erst nach dem Essen besprochen. Meine Zeit in China war sehr anstrengend, denn nach den Geschäftsessen kam ich immer erst sehr spät und vor allem ziemlich angeheitert, um nicht zu sagen betrunken, nach Hause. Das stellte nicht nur meine Leber, sondern auch die Beziehung zu meiner Frau auf eine harte Probe. Nach dem Essen ging es oft noch in die Karaoke-Bar. Es gehört in China zum guten Ton, dann nicht zu kneifen, erzählt Joachim Meister.

Doch bereits bei der ersten Anbahnung eines Geschäftskontaktes beginnen die zu Deutschland unterschiedlichen Regeln. Pünktlichkeit ist eine der wichtigsten Tugenden in China. Wer es wie die Chinesen macht, ist bereits einige Minuten vor dem Termin vor Ort, rät Dagmar Schneider.

Bei der Begrüßung reichen sich die Beteiligten zwar auch die Hände, allerdings sollte der Händedruck nur sehr schwach sein wir würden ihn als Ineinanderlegen der Hände bezeichnen. Immer mit beiden Händen findet die Übergabe von Visitenkarten statt. Die Karten sollten auf der Vorderseite in Englisch, auf der Rückseite in Chinesisch beschriftet sein. Sich auf der Kartenrückseite Notizen zu machen, gilt bei den Chinesen als absoluter Fauxpas.

Einen ebensolchen Fehltritt begeht, wer seinem Gesprächspartner ins Wort fällt. Das gilt auch für die eigenen Arbeitskollegen. Um eine Verhandlung erfolgreich führen zu können, sollten sich die Delegierten eines Unternehmens deshalb vor dem Gespräch abstimmen, wer welchen Beitrag leisten wird. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass bei den Formulierungen immer ein Verhandlungsspielraum existiert, damit am Ende ein harmonischer Konsens erzielt werden kann. Ein lineares Abarbeiten von Punkten ist in China unüblich. Selbst schon besprochene Fragen können von Chinesen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen und neu verhandelt werden. Deshalb gilt vor allem eins: Geduld.

Auf Druck, aggressive Verhandlungsführung oder mangelnde Empathie reagieren Geschäftspartner in China äußerst empfindlich. Das Wort Nein wird im Geschäftsalltag als unhöflich empfunden, ebenso wie Das ist schlecht. Bessere Verhandlungschancen ergeben sich mit Sätzen wie Das könnte schwierig werden oder Ich werde es auf jeden Fall versuchen. Ein chinesisches Ja dagegen ist nicht unbedingt mit einem Einverständnis gleichzusetzen, denn es kann auch bedeuten: Ja, ich habe verstanden oder Nein, ich denke darüber nach.

Mit kleinen Aufmerksamkeiten und Geschenken lassen sich im Business in China Pluspunkte sammeln. Wer alles richtig machen möchte, bringt Pralinen, Bonbons, Werbegeschenke des Unternehmens, Füllfederhalter, Kugelschreiber oder alkoholische Spezialitäten seines Landes mit. Am besten eingepackt in gelbes, rotes oder rosafarbiges Papier, denn diese Farben stehen für Fröhlichkeit und Lebensfreude. Aber bitte erwarten Sie nicht, dass die Geschenke vor Ihren Augen ausgepackt werden. Das wäre für einen Chinesen unschicklich. Es wird alles zur Seite gestellt und später ohne Anwesenheit der Gäste ausgepackt gemäß dem Motto: Geduld.


Wissenswertes über China aus Sicht eines Expats

China ist nicht China: Das Land ist so groß und kulturell so vielseitig, dass es kein China gibt. Was wir Deutsche meistens als China verstehen, ist die Han-Kultur (herrschende Kultur). Aber der Süden unterscheidet sich vom Norden so sehr wie der Osten vom Westen. Es gibt muslimische Gegenden, natürlich Tibet, den kantonesischen Süden und viele weitere typisch geprägte Regionen. Selbst im Han-dominierten Osten ist der Unterschied zwischen einer Stadt wie Shanghai und den im Inland gelegenen Regionen und Orten sehr groß.

Die schnelle Wandlung und Umsetzung von geplanten Investitionen ist in China beeindruckend. Das Land besitzt mittlerweile eine der modernsten Infrastrukturen, die durch gezielte Investitionen in Hochgeschwindigkeitsbahn (High Speed Rail), Flughäfen und Häfen entstand.


Das rasante Wachstum von China kann man erst begreifen, wenn man es selber miterlebt: der schnelle Wandel der Städte wie beispielsweise in Schanghai, das Entstehen neuer Städte aus dem Nichts, die Größe von Baustellen mit teilweise mehr als 200.000 Arbeitern. Diese Dimensionen kennen wir aus Europa einfach nicht, berichtet Joachim Meister. Und noch etwas ist ihm aufgefallen: Reichtum hat großes Prestige. Er erlebte China deutlich kapitalistischer als westliche Länder.


Weitere Tipps für einen erfolgreichen, beruflichen Auslandseinsatz in China finden Sie unter: www.inlingua.de


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25 Ocak 2015

Gibt es Inklusion beim Lernen einer Fremdsprache?

Gibt es Inklusion beim Lernen einer Fremdsprache? -

Für Gehörlose ist das Erlernen einer Fremdsprache mühsam


Gibt es Inklusion beim Lernen einer Fremdsprache?


(NL/6888005903) Behinderte und nicht-behinderte Menschen sollen gleichermaßen überall dabei sein können so steht es in der UN-Behindertenkonvention, die Deutschland 2009 unterzeichnete. Inklusion heißt das dazugehörige Wort. Wie schwierig Inklusion im Fremdsprach-Alltag von Gehörlosen sein kann, bringt der folgende Beitrag zum Ausdruck.


Wie lernen Gehörlose eine Fremdsprache?

Es gibt unzählige Lautsprachen. Allein in Europa sind es 200 offiziell registrierte. Für Gehörlose ist die Sprachenvielfalt besser gesagt die Gebärdensprachenvielfalt jedoch deutlich umfangreicher, denn jedes Land hat eine eigene Gebärdensprache. Selbst die Österreicher gebärden bereits anderes als wir Deutschen, von den Engländern oder Japanern ganz abgesehen.

Allerdings benötigen Gehörlose unterschiedlicher Nationalitäten nicht immer Fremdsprachkenntnisse, um sich auszutauschen, denn sie können über die Gebärden zumindest auf einfacher Ebene direkt gut miteinander kommunizieren. Hörende stehen im Normalfall vor viel größeren Schwierigkeiten, wenn sie einer fremden Sprache nicht mächtig sind.

Dennoch muss von Gehörlosen die jeweils andere nationale Gebärdensprache gelernt werden, wenn sich die Gesprächspartner über tiefer gehende oder abstrakte Themen austauschen möchten. Beispielsweise sind die beiden Gebärdensprachen ASL (American Sign Language) und BSL (Britisch Sign Language) sehr verschieden. Im Gegensatz zur amerikanischen und englischen Lautsprache, die, abgesehen von der Aussprache und den existierenden Dialekten, doch nahezu identisch sind. Besonders bei globalen Konferenzen oder Tagungen wird deshalb ergänzend die internationale Gebärdensprache International Signs” eingesetzt, oder es stehen für gehörlose Teilnehmer aus unterschiedlichen Ländern jeweilige Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung. So kann es durchaus sein, dass bei einem internationalen Kongress sechs oder sieben Gebärdensprachdolmetscher auf der Bühne das Gehörte in die jeweilige Gebärdensprache übersetzen, parallel zu den Dolmetschern, die für die Übersetzung der Lautsprache in die Landessprachen zuständig sind.

Für Gehörlose gibt es mehrere Möglichkeiten, um eine Fremdsprache zu erlernen. Grundsätzlich gilt, dass Gehörlose, im Gegensatz zu Hörenden, sich die Schriftbilder zu den Wörtern mühsam einprägen müssen. Sie können das (Fremd-)Wort nicht hören und somit können sie auch nicht aus dem Gehörten die Buchstabierung eines Wortes ableiten. Zum Erlernen der Schriftsprache benötigen Gehörlose also in der Regel mehr Zeit als hörende Menschen. Eine entsprechende Förderung wäre hier mit Sicherheit hilfreich.

Einige Eltern schicken ihre gehörlosen Kinder heutzutage auf eine normale Schule, anstatt auf eine Förderschule. Die Kinder erlernen dort gemeinsam mit den anderen Schülern die Fremdsprache als Laut- und Schriftsprache. Dabei steht ihnen ein Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung, der die Übersetzung des deutschen Sprachanteils in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) übernimmt. Das Erlernen der ausländischen Gebärdensprache findet hierbei jedoch nicht statt. Um diese zu erlernen, reisen Gehörlose meist für längere Zeit in das jeweilige Land. Die Gebärdensprache eignen sie sich dann durch den Kontakt zu gebärdend-sprechenden Gehörlosen im Land selbst an.

Aus Sicht eines Hörenden klingt das nahezu normal. Schließlich nehmen doch auch einige von ihnen einen Auslandsaufenthalt war, um die Sprache vor Ort besser zu lernen. Das unterstützende Angebot an Sprachkursen im Ausland ist für Hörende verlockend und vielfältig. Sprachschulen, bei denen Gebärdensprechende eine ausländische Gebärdensprache erlernen können, gibt es meines Wissens nach bisher nicht. Jedoch gibt es in Deutschland wohl Deutschkurse für gehörlose Migranten, entgegnet Monika Krumpen, staatlich geprüfte Gebärdensprachdolmetscherin, aus Hürth. Eine weltweit vertretene Fremdsprachenschule wie inlingua bietet zwar unterschiedlichste Lernformen und auch interkulturelle Inhalte an, doch letztendlich können wir zumindest bisher nur den Laut- und Schriftteil der Fremdsprachen abdecken, gibt Heidrun Englert, 2. Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft inlingua Deutschland, Hamburg, zu bedenken.

Selbst im Zeitalter von Internet, Webcam und Online-Learning existieren bis heute keine ausreichenden Videokurse zu den Gebärdensprachen unterschiedlicher Länder nicht für Hörende, und erst recht nicht für Taube. Die Problematik liegt darin, dass die Bildübertragung im Allgemeinen bisher nur zweidimensional stattfindet. Für die Gebärdensprache werden jedoch drei Dimensionen benötigt, denn neben der korrekten Handform spielen Handstellung, Mimik, Haltung und Verortung im Raum sowie weitere Faktoren eine Rolle.

Um eine fremde Gebärdensprache in Deutschland zu erlernen, wäre ein Gebärdensprachkurs besonders dann für Gehörlose hilfreich, wenn dieser von einem ebenfalls gehörlosen Lehrer durchgeführt würde. Der (taube) Gebärdensprachlehrer müsste dann zwei Gebärdensprachen können, um den Teilnehmern die fremde Gebärdensprache in die DGS zu übersetzen. Er könnte aufgrund seiner eigenen Situation deutlich besser auf die Erfordernisse der Teilnehmer eingehen, zum Beispiel auch beim gleichzeitigen Erlernen der Schriftsprache.


Inklusion durch Gebärdensprachdolmetscher

In vielen Situationen im Arbeitsalltag ist das Hinzuziehen von Gebärdensprachdolmetschern unabdingbar. Monika Krumpen wird als staatlich geprüfte Gebärdensprachdolmetscherin hinzugeholt, um zwischen Hörenden und Nicht-Hörenden im Deutschen zu dolmetschen. Der Hörende spricht Lautsprache, der Gehörlose die Deutsche Gebärdensprache (DGS). Das Dolmetschen ist anspruchsvoll, da nicht nur die Grammatik der Sprache, sondern auch die Kultur der Gehörlosen von der der Hörenden abweicht. Gehörlose duzen beispielsweise jeden, vergleichbar mit dem you in der englischen Lautsprache. Die Aufgabe eines Gebärdensprachdolmetschers enthält auch die Übersetzung in die jeweilige Kultur. Denn für einen Hörenden in entsprechender Position wäre es im Arbeitsalltag befremdlich, geduzt zu werden, erläutert Monika Krumpen ihr Berufsbild.

Deutlich komplexer wird es, wenn eine Fremdsprache hinzukommt. In der internationalen Geschäftswelt arbeiten Gehörlose in der Regel mit Hörenden zusammen oder tauschen sich per Telefon- oder Videokonferenz aus. Ist der Deutsche gehörlos, dann übersetzt Monika Krumpen alles, was der Gehörlose mit seinen Gebärden zum Ausdruck bringt, in die deutsche Lautsprache, um es für seine deutschen Teamkollegen verständlich zu machen. Ein weiterer Dolmetscher überträgt dann für den internationalen Gesprächspartner ihre Voice-Übersetzung beispielsweise ins gesprochene Englisch. Die darauf folgende Antwort des englischen Partners wird durch diesen Dolmetscher wiederum ins Deutsche übersetzt und Monika Krumpen übernimmt das Dolmetschen der übersetzten Aussagen in die DGS. Dieser Weg ist umständlich, aber oft die einzige Lösung zur internationalen Kommunikation. Es gibt zwar einige wenige Gebärdensprachdolmetscher, die gutes Business-Englisch in Lautsprache beherrschen und direkt in die DGS übersetzen können, oder die direkt zwischen zwei Gebärdensprachen dolmetschen können, doch das ist nicht die Regel.

In der Freizeit hingegen verbringen Gehörlose einen Großteil ihrer Zeit in der Gehörlosengemeinschaft, da ist die Verständigung untereinander kein Problem, und sie fühlen sich nicht behindert. Manche verwenden gerne den Satz: Wir sind nicht behindert wir werden behindert”. Dies trifft durchaus auch auf andere Behindertengruppen zu.


Weitere Informationen zu Gebärdensprachdolmetscherin Monika Krumpen unter:
www.diedgsdolmetscherin.de


Gebärdensprache ist für manche Gehörlose bereits die erste zu erlernende Fremdsprache

Nicht jeder Gehörlose erlernt von Kindesbeinen an die Gebärdensprache. Viele gehörlose Menschen wachsen mit der Lautsprache auf. Sie lernen Sprechenden die Worte von den Lippen abzusehen und die Laute soweit möglich mit den Lippen nachzubilden. Die Wörter von den Lippen ablesen, funktioniert nicht, denn nur 30 Prozent eines Lautes werden mit dem Mund gebildet. Der restliche Anteil eines Lautes entsteht durch Bewegungen in Lunge, Atemwegen, Kehlkopf, Stimmbändern und durch den Rachen-, Mund und Nasenraum. Ein Gehörloser kann die Laute, die er bildet, nicht überprüfen, da er sie nicht hören kann.

In der Schriftsprache muss ein Gehörloser mühevoll zu jedem Wort das Schriftbild auswendig lernen, denn es erschließt sich ihm akustisch nicht, worin der Unterschied zwischen einem langen und einem kurzen I liegt (z. B. ihn und in) oder warum das Wort Ball mit Doppel-L geschrieben wird.

Wer später zusätzlich die Gebärdensprache erlernt, für den ist diese bereits die erste Fremdsprache, denn die Grammatik in der Gebärdensprache ist völlig unterschiedlich zur Lautsprache.

In der (deutschen) Lautsprache steht häufig zuerst das Subjekt, das finite Verb folgt an zweiter Stelle, danach der Zeitpunkt und das Schlusslicht bildet das Objekt. Hörende sagen zum Beispiel: Ich gehe morgen nach Hause. Anders bei der Gebärdensprache. Bei ihr steht an erster Stelle immer der Zeitpunkt, dann folgt das Subjekt und zuletzt das Verb. Morgen ich nach Hause gehe, würde also der gleiche Satz in der Deutschen Gebärdensprache (DGS) formuliert werden.

Auch in der DGS gibt es verschiedene Dialekte. Meist bleibt das Mundbild zwar gleich, aber die Gebärden weichen voneinander ab. Das Wort Sonntag beispielsweise wird bei den Katholiken wie das Beten gebärdet, also durch das Aneinanderlegen der beiden Handflächen. Doch alternativ gibt es je nach Region und Dialekt völlig unterschiedliche Gebärden zu diesem Wort. So wie zu vielen anderen Wörtern auch.


über Inklusion

Inklusion ist ein Menschenrecht. So steht es in der UN-Behindertenkonvention, die Deutschland 2009 unterzeichnet hat. In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein. Wörtlich übersetzt steht der Begriff Inklusion für Zugehörigkeit, also für das Gegenteil von Ausgrenzung. Jeder Mensch, ob mit oder ohne Behinderung, soll also überall dabei sein können: in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Freizeit. Die Umsetzung der Vereinbarung bedeutet den Abbau von Hürden, damit die Umwelt für alle Menschen zugänglich wird. Und sie bedeutet auch den Abbau von Barrieren in den Köpfen, d.h. mehr Offenheit, mehr Toleranz und ein besseres Miteinander.


Informationen zur Förderung und Sicherung der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen finden Sie unter: https://www.integrationsaemter.de

Internationale Organisationen von Behinderten finden Sie z. B. unter:

http://www.edf-feph.org sowie unter http://www.eud.eu

über inlingua

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Monika Krumpen, Staatlich geprüfte Gebärdensprachdolmetscherin

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