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31 Ağustos 2015

Neue Steuersünder im Visier der Fahnder

Nicht nur Amazon und eBay betroffen


Neue Steuersünder im Visier der FahnderJBM – Tausende von privaten Verkäufern auf Verkaufplattformen – wie Amazon, eBay & Co. – müssen demnächst mit dem Risiko der Einleitung eines Steuerstrafverfahrens – im schlimmsten Fall sogar mit dem Besuch der Steuerfahndung selbst – rechnen. Grund hierfür sind in der Vergangenheit über Verkaufsplattformen abgewickelte Verkäufe als Privatperson, die sich jedoch bei genauem Hinsehen der Finanzbehörden als gewerbliche Tätigkeit darstellen.


Millionen von Deutsche kennen es: „Drei, zwei, eins – meins!“ Der eBay-Erfolgsslogan, an den sich fast jeder Deutsche erinnern mag – bis zum Schluss wurde geboten, gezittert und gejubelt. Lange Minen bei verlorenen Versteigerungen gehörten bei Käufern und Spekulanten ebenfalls dazu – Emotionen pur.


Weniger jubeln, sondern zittern und mit langer Mine dreinblickend darf nun wohl so mancher Verkäufer. Insbesondere sind diejenigen privaten Verkäufer betroffen, die in den Jahren nach 2003 – bewusst oder unbewusst – auffällig viel Verkäufe oder Umsätze von insgesamt mehr als 17.500 Euro pro Jahr erzielt haben.


Waren es anfänglich Bücher und Secondhand-Artikel, die über die Marktplattformen von Amazon, eBay & Co. „vertickert“ wurden, sind es inzwischen auch Yachten, Autos, Flugzeuge, Villen und vieles Kurioses mehr. Milliardenbeträge werden jährlich über diese Internetplattformen umgesetzt, an denen diese wiederum kräftig verdienen.


Zum Leid dieser Anbieter tummeln sich auf diesen Plattformen aber auch ungebetene Gäste: Kriminelle und potenzielle Steuerhinterzieher. Daher setzen die Finanzverwaltungen bereits seit Jahren spezielle Internetprüfer und Fahnder ein, da sich der Handel im Internet in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet hat – Verdachtsfälle auf Kriminalität und Steuerhinterziehungen drastisch gestiegen waren.


Die Steuerfahndung Hannover forderte im Jahr 2012 einen großen Internetanbieter auf, im Rahmen eines Sammelauskunftsverfahrens all´ jene Händler mit Klarnamen und Adressen, die einen Umsatz von mehr als 17.500 Euro im Jahr tätigten, zu benennen – allerdings ohne konkrete Ermittlungshandlungen gegen einzelne Verkäufer darzulegen.


Das Verfahren landete nach der Weigerung auf Herausgabe der Daten vor dem Niedersächsischen Finanzgericht. Das Finanzgericht erteilte erstinstanzlich dem Finanzamt für Fahndung und Strafsachen in Hannover eine Absage und ließ ein solches Sammelauskunftsverfahren nicht zu – der Internetriese wehre sich zu Recht, so die Richter. Darüber hinaus berief sich die Internetplattform auch auf eine vertragliche Klausel, wonach das hier in Deutschland ansässige Unternehmen mit einer in Luxemburg ansässigen Partnergesellschaft vertragliche Verschwiegenheit vereinbart hatte und darüber hinaus die Daten auf dem Server im Ausland gespeichert waren.


Die Parteien trafen sich erneut vor dem Bundesfinanzhof, der diese Entscheidung allerdings im Juli 2013 wieder aufhob und an das in Hannover ansässige Finanzgericht zurückverwies.


Aktuell kommt dasselbe Gericht wiederholt zu der gleichen Entscheidung, dass dieses Auskunftsersuchen rechtmäßig war – eine erneute Revision wurde nicht zugelassen. Wenn die Entscheidung Anfang September rechtskräftig wird, wovon Beobachter des Verfahrens nach dem jetzigen Stand ausgehen, könnten in den Steuerfahndungsstellen die „… Korken knallen“, wie der Volksmund sagt.


Hintergrund


Unter den Tausenden gewerblichen Verkäufern auf den Marktplattformen, wie eBay, Amazon & Co., tummeln sich seit deren Gründung neben Hehlern auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Anbietern, die sich als Privatverkäufer auf den Plattformen darstellen, obwohl sie es in Wirklichkeit gar nicht sind.


Werden bei eBay die Anzahl der Verkäufe hingegen offen ausgewiesen, sind es bei Amazon nur die Anzahl von Kundenbewertungen, die auf eine mögliche verkaufte Menge – und somit auf eine mögliche gewerbliche Handlung – hinweisen. Die konkurrierende Verkaufsplattform Alibaba – kurz mit unter „& Co.“ laufend – ist für deutsche Ermittler hingegen fast gar nicht greifbar.


Dabei treten die Verkäufer selten mit ihrem tatsächlichen Namen auf, sondern überwiegend unter Pseudonymen. Das macht es den Fahndern der Finanzverwaltungen eben schwierig, gegen diese Verkäufer vorzugehen.


Einer aktuellen Umfrage des Internetanbieters eBay unter seinen Verkäufern zufolge sind inzwischen 20 Prozent aus Gründen einer Nebenerwerbsabsicht auf dem Portal präsent.

Seit Jahren müssen die Ermittler zusehen, wie Tausende als privat getarnte Verkäufer Jahr für Jahr insgesamt millionenschwere Umsätze tätigen, ohne beim Finanzamt steuerlich als gewerbliche Unternehmer angemeldet zu sein.


Viel schlimmer: Dem Fiskus entgehen dadurch jährlich Umsatz-, Gewerbe- und Einkommensteuer in Millionenhöhe.

Verkauft eine Privatperson gelegentlich Dinge aus dem eigenen Umfeld, so interessiert dies die Finanzbehörden nicht – die Anzahl von Verkäufen ist sehr begrenzt. Einige nutzen die Marktplattformen allerdings dazu, ihr Haushaltsgeld aufzufrischen, indem sie Waren einkaufen oder ersteigern, und anschließend zu einem höherem Betrag wieder veräußern. Und diese Handlungen sieht der Gesetzgeber bereits als unternehmerische Handlung an.


Als Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes gilt nämlich, wer eine gewerbliche Tätigkeit selbständig ausübt. Somit ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen – im Sinne des Umsatzsteuergesetzes – als gewerbsmäßig anzusehen, selbst wenn keine Gewinnerzielungsabsicht besteht.


Amazon, eBay & Co. mussten sich in der Vergangenheit auch immer wieder nachsagen lassen, dass deren Plattformen Kriminelle geradezu einladen, Hehlerware zu „vertickern“.

Seit Anfang 2015 haben eBay, Amazon & Co. ihre Regeln allerdings verschärft. So müssen Verkäufer sich gezielt offenbaren: Neben der Kopie des Personalausweises und Angaben zu Bankverbindungen müssen auch die Gewerbeanmeldung oder ein Handelsregisterauszug vorgelegt werden. Alles soll dazu dienen, die Verkäufer transparent zu erfassen – Kriminalität und Steuerhinterziehung zu minimieren.


Betroffene Personenkreise haben nun noch die Möglichkeit sich mit einer strafbefreienden Selbstanzeige vor den Folgen eines Steuerstrafverfahrens zu schützen, solange die Taten durch die Steuerfahnder noch nicht „entdeckt“ sind.


Entdeckt sind sie bereits schon dann, wenn die betroffenen Personen davon ausgehen müssen, bei einem Sammelauskunftsersuchen der Steuerfahndung mit auf der Liste zu stehen.


Der Autor, Jeroen Breforth, ist als freier Dozent für Steuerstrafrecht, Forensiker in Wirtschaftsstrafsachen sowie Fachjournalist zum Thema Wirtschaftskriminalität und Steuerstrafrecht – zudem langjährig als Mitglied der Geschäftsleitung bei einer Steuerberatungsgesellschaft tätig. Ferner ist er als Ausbilder und Coach bei öffentlich-rechtlichen Einrichtungen sowie bei den rechts- und steuerberatenden Berufen etabliert.


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16 Mart 2015

CeBIT 2015: Wettbewerb um Online-Bezahlsysteme nimmt weiter zu

CeBIT 2015: Wettbewerb um Online-Bezahlsysteme nimmt weiter zu(Mynewsdesk) * Alibaba-Chef Jack Ma stellt App zur Gesichtserkennung vor

* Ulrich Dietz: „Die Zukunft des Bezahlens ist digital.“

* GFT präsentiert das Digital Banking Lab auf der CeBIT in der CODE_n Halle 16


Alipay ist nach eigenen Angaben Chinas führender Drittanbieter von Online-Zahlungsdiensten und eines der wichtigsten Tochterunternehmen von Alibaba. Auf der Eröffnungsfeier der CeBIT präsentierte Unternehmensgründer Jack Ma ein Online-Bezahlsystem mit Gesichtserkennung. Auch wenn die Idee nicht neu ist, zeigt dieses Beispiel, welche Dynamik im Geschäft mit digitalen Bezahllösungen steckt. GFT selbst präsentiert aktuell auf der CeBIT mit „Jiffy“ ein selbst entwickeltes mobiles Bezahlverfahren, das in Italien zusammen mit dem Partner SIA bereits bei verschiedenen Banken eingeführt ist. (CODE_n Halle 16 / D30, GFT Stand 07).


Hannover/Stuttgart, 16. März 2015 – Der Blick in die Handykamera genügt und die Rechnung im Online-Shop oder im Laden um die Ecke ist bezahlt. Per Gesichtserkennung und passender App legitimiert sich der Besitzer des Mobilfunkgeräts gegenüber seinem Zahlungsdienstleister, der alles weitere veranlasst. Neu ist die Idee, die Alibaba-Chef Jack Ma auf der Eröffnungsfeier der CeBIT am Sonntagabend präsentierte zwar nicht – Konkurrent PayPal startete bereits 2013 Versuche mit einer entsprechenden Lösung in London und auch in Deutschland laufen laut Medienberichten Feldversuche mit verschiedenen Partnern. Aber sie zeigt, wie lukrativ das Geschäftsfeld digitales Bezahlen nicht nur für die sogenannten FinTechs ist. Ulrich Dietz, Vorstandsvorsitzender der GFT Group: „Der Wettbewerb wird stetig härter. Apple Pay, Google Wallet, Samsung Pay, Lösungen verschiedener Mobilfunkanbieter, jetzt „Smile to Pay“ von Alibaba – all diese Anbieter wollen ein Stück vom Kuchen abhaben. Von dem Kuchen, der bis vor ein paar Jahren allein den Banken gehörte. Dass einige der genannten Lösungen in Deutschland noch nicht verfügbar sind, bedeutet nicht mehr als einen kleinen Aufschub. Die Luft wird für die Banken immer dünner.“


Bereits zur Einführung von Apple Pay im September 2014 hatte GFT in einem Thesenpapier darauf hingewiesen, dass auch die häufig zitierte Vorliebe der Deutschen für Bargeld den Lauf der Zeit nicht aufhalten werde: Es fehle derzeit noch schlicht an komfortablen Alternativen. Dietz bereits damals: „Es ist keine Frage, ob sich das digitale Bezahlen auch in Deutschland durchsetzen wird, sondern nur wie schnell dies geschieht.“ Noch sei es für Geschäftsbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken nicht zu spät: „Sie müssen sich jetzt als starke Einheit aufstellen und so die weitere Entwicklung als Partner von Apple und Co. mitgestalten. Mit Einzellösungen haben sie gegen die Marktmacht der großen Player aus den USA und vielleicht bald auch China keine Chance.“


Letztlich zeigt das Beispiel Alipay, dass die Digitalisierung im Finanzsektor immer schneller Fahrt aufnimmt. „Einigkeit der Bankengruppen in Deutschland ist wichtig“, sagt Dietz. „Das reicht aber nicht in unserer globalisierten Welt, wir müssen europäisch denken. Der Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) ist hier eine gute Grundlage.“ Auf diesem basiert auch Jiffy, eine Payment-App, die GFT auf der CeBIT vorstellt: Seit 2013 arbeitet ein 20-köpfiges GFT Entwicklerteam aus Italien und Spanien an der sogenannten „Digital Wallet“. Im vergangenen Herbst führte dann eine erste italienische Großbank in Zusammenarbeit mit dem Zahlungsverkehr-Dienstleister SIA S.p.A. und GFT Jiffy ein, die schnell an Popularität gewann. Der Vorteil: Jiffy basiert auf den europaweit einheitlichen Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, eben SEPA. Die Lösung ist damit für alle SEPA-Banken oder umgerechnet 400 Millionen Kontoinhaber in Europa verfügbar. Dietz: „Die Zukunft des Bezahlens ist digital. Kombiniert mit biometrischen Lösungen wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung wird der neue Komfort Bargeld letztlich in eine Nische drängen. Wer das Rennen macht, ob Banken oder FinTechs, ist derzeit noch völlig offen. Klar ist nur eins: Wer zögert, verliert.“


Die GFT Lösungen im Digital Banking Lab im Überblick:


GFT Connected Living Room (Vernetztes Wohnzimmer)


Mobile Bezahlverfahren: Peer-to-Peer vom Smartphone an Einzelpersonen bzw. per NFC beim Einkaufen und in der Gastronomie.


Intelligentes Finanzmanagement: Basiert auf einer selbstlernenden Dokumentenerkennungstechnik, die z.B. das Scannen von Informationen aus gedruckten Formularen via Smartphone und digitalen Dokumenten wie PDFs, Word-Files oder E-Mails möglich macht. Prozesse wie die Bezahlung von Rechnungen, die Weiterverarbeitung und Ablage (Smartphone, Tablet, Banking-App) werden automatisiert angestoßen.


Automatisierte Kontooptimierung: Der Kunde im Mittelpunkt – demonstriert am Beispiel Kontoüberziehungen. Auf Basis von Customer Insight-Lösungen kann die Bank eine mögliche Kontoüberziehung vorhersagen und ihr begegnen, bevor sie entsteht. Durch das automatisierte Angebot eines günstigen Überbrückungskredits oder eines Geldtransfers vom Tagesgeldkonto belegt die Bank Kundenverständnis und betreibt Kundenbindung.


GFT Future Bank Branch (Bankfiliale der Zukunft)


Kontextbasiertes Kontomanagement: Beispiel Kontoeröffnung – automatisierte Identifikation und Begrüßung des Kunden per Smartphone in der Filiale sowie direkte Abfrage der gewünschten Dienstleistung per Push-Mail. Der Kunde erhält Name und Bild des zuständigen Mitarbeiters plus Info zur voraussichtlichen Wartezeit (Smartphone, Smartwatch, Banking-App). Beim Start des Gesprächs verfügt der Berater über alle relevanten Informationen, es kann direkt losgehen.


Diese Pressemitteilung (http://www.mynewsdesk.com/de/gft-technologies/pressreleases/cebit-2015-wettbewerb-um-online-bezahlsysteme-nimmt-weiter-zu-1130453) wurde via Mynewsdesk versendet. Weitere Informationen finden Sie im GFT Technologies (http://www.mynewsdesk.com/de/gft-technologies) .


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http://shortpr.com/7ja9vl


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Über die GFT Group:


Die GFT Group ist ein globaler Technologiepartner für digitale Zukunftsthemen von der Ideenfindung und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle bis hin zu deren Umsetzung.


GFT steht innerhalb der GFT Group für kompetente Beratung sowie die zuverlässige Entwicklung, Implementierung und Wartung maßgeschneiderter IT-Lösungen. Im Finanzsektor zählt GFT zu den weltweit führenden IT-Lösungsanbietern.


emagine bietet Unternehmen die Möglichkeit, strategische Technologieprojekte flexibel und on-demand mit geeigneten Experten zu besetzen. Dabei verfügt emagine über ein internationales Netzwerk hochqualifizierter Spezialisten.


CODE_n, die Innovationsplattform der GFT Group, bietet internationalen Start-ups, Technologiepionieren und etablierten Unternehmen ein weltweites Netzwerk. Aus Ideen entstehen Geschäfte.


Die GFT Group mit Sitz in Deutschland steht seit mehr als 25 Jahren für Technologiekompetenz, Innovationskraft und Qualität. 1987 gegründet, ist die GFT Group mit mehr als 3.200 Mitarbeitern in elf Ländern aktiv. Die GFT Aktie ist an der Frankfurter Wertpapierbörse (TecDAX mit Wirkung vom 23. März 2015) gelistet.


Kontakt



Elke Möbius

Schelmenwasenstraße 34

70567 Stuttgart

0049 711 62042 200

Elke.Moebius@gft.com


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CeBIT 2015: Wettbewerb um Online-Bezahlsysteme nimmt weiter zu

CeBIT 2015: Wettbewerb um Online-Bezahlsysteme nimmt weiter zu (Mynewsdesk) * Alibaba-Chef Jack Ma stellt App zur Gesichtserkennung vor

* Ulrich Dietz: Die Zukunft des Bezahlens ist digital.

* GFT präsentiert das Digital Banking Lab auf der CeBIT in der CODE_n Halle 16


Alipay ist nach eigenen Angaben Chinas führender Drittanbieter von Online-Zahlungsdiensten und eines der wichtigsten Tochterunternehmen von Alibaba. Auf der Eröffnungsfeier der CeBIT präsentierte Unternehmensgründer Jack Ma ein Online-Bezahlsystem mit Gesichtserkennung. Auch wenn die Idee nicht neu ist, zeigt dieses Beispiel, welche Dynamik im Geschäft mit digitalen Bezahllösungen steckt. GFT selbst präsentiert aktuell auf der CeBIT mit Jiffy ein selbst entwickeltes mobiles Bezahlverfahren, das in Italien zusammen mit dem Partner SIA bereits bei verschiedenen Banken eingeführt ist. (CODE_n Halle 16 / D30, GFT Stand 07).


Hannover/Stuttgart, 16. März 2015 – Der Blick in die Handykamera genügt und die Rechnung im Online-Shop oder im Laden um die Ecke ist bezahlt. Per Gesichtserkennung und passender App legitimiert sich der Besitzer des Mobilfunkgeräts gegenüber seinem Zahlungsdienstleister, der alles weitere veranlasst. Neu ist die Idee, die Alibaba-Chef Jack Ma auf der Eröffnungsfeier der CeBIT am Sonntagabend präsentierte zwar nicht – Konkurrent PayPal startete bereits 2013 Versuche mit einer entsprechenden Lösung in London und auch in Deutschland laufen laut Medienberichten Feldversuche mit verschiedenen Partnern. Aber sie zeigt, wie lukrativ das Geschäftsfeld digitales Bezahlen nicht nur für die sogenannten FinTechs ist. Ulrich Dietz, Vorstandsvorsitzender der GFT Group: Der Wettbewerb wird stetig härter. Apple Pay, Google Wallet, Samsung Pay, Lösungen verschiedener Mobilfunkanbieter, jetzt Smile to Pay von Alibaba – all diese Anbieter wollen ein Stück vom Kuchen abhaben. Von dem Kuchen, der bis vor ein paar Jahren allein den Banken gehörte. Dass einige der genannten Lösungen in Deutschland noch nicht verfügbar sind, bedeutet nicht mehr als einen kleinen Aufschub. Die Luft wird für die Banken immer dünner.


Bereits zur Einführung von Apple Pay im September 2014 hatte GFT in einem Thesenpapier darauf hingewiesen, dass auch die häufig zitierte Vorliebe der Deutschen für Bargeld den Lauf der Zeit nicht aufhalten werde: Es fehle derzeit noch schlicht an komfortablen Alternativen. Dietz bereits damals: Es ist keine Frage, ob sich das digitale Bezahlen auch in Deutschland durchsetzen wird, sondern nur wie schnell dies geschieht. Noch sei es für Geschäftsbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken nicht zu spät: Sie müssen sich jetzt als starke Einheit aufstellen und so die weitere Entwicklung als Partner von Apple und Co. mitgestalten. Mit Einzellösungen haben sie gegen die Marktmacht der großen Player aus den USA und vielleicht bald auch China keine Chance.


Letztlich zeigt das Beispiel Alipay, dass die Digitalisierung im Finanzsektor immer schneller Fahrt aufnimmt. Einigkeit der Bankengruppen in Deutschland ist wichtig, sagt Dietz. Das reicht aber nicht in unserer globalisierten Welt, wir müssen europäisch denken. Der Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) ist hier eine gute Grundlage. Auf diesem basiert auch Jiffy, eine Payment-App, die GFT auf der CeBIT vorstellt: Seit 2013 arbeitet ein 20-köpfiges GFT Entwicklerteam aus Italien und Spanien an der sogenannten Digital Wallet. Im vergangenen Herbst führte dann eine erste italienische Großbank in Zusammenarbeit mit dem Zahlungsverkehr-Dienstleister SIA S.p.A. und GFT Jiffy ein, die schnell an Popularität gewann. Der Vorteil: Jiffy basiert auf den europaweit einheitlichen Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, eben SEPA. Die Lösung ist damit für alle SEPA-Banken oder umgerechnet 400 Millionen Kontoinhaber in Europa verfügbar. Dietz: Die Zukunft des Bezahlens ist digital. Kombiniert mit biometrischen Lösungen wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung wird der neue Komfort Bargeld letztlich in eine Nische drängen. Wer das Rennen macht, ob Banken oder FinTechs, ist derzeit noch völlig offen. Klar ist nur eins: Wer zögert, verliert.


Die GFT Lösungen im Digital Banking Lab im Überblick:


GFT Connected Living Room (Vernetztes Wohnzimmer)


Mobile Bezahlverfahren: Peer-to-Peer vom Smartphone an Einzelpersonen bzw. per NFC beim Einkaufen und in der Gastronomie.


Intelligentes Finanzmanagement: Basiert auf einer selbstlernenden Dokumentenerkennungstechnik, die z.B. das Scannen von Informationen aus gedruckten Formularen via Smartphone und digitalen Dokumenten wie PDFs, Word-Files oder E-Mails möglich macht. Prozesse wie die Bezahlung von Rechnungen, die Weiterverarbeitung und Ablage (Smartphone, Tablet, Banking-App) werden automatisiert angestoßen.


Automatisierte Kontooptimierung: Der Kunde im Mittelpunkt – demonstriert am Beispiel Kontoüberziehungen. Auf Basis von Customer Insight-Lösungen kann die Bank eine mögliche Kontoüberziehung vorhersagen und ihr begegnen, bevor sie entsteht. Durch das automatisierte Angebot eines günstigen Überbrückungskredits oder eines Geldtransfers vom Tagesgeldkonto belegt die Bank Kundenverständnis und betreibt Kundenbindung.


GFT Future Bank Branch (Bankfiliale der Zukunft)


Kontextbasiertes Kontomanagement: Beispiel Kontoeröffnung – automatisierte Identifikation und Begrüßung des Kunden per Smartphone in der Filiale sowie direkte Abfrage der gewünschten Dienstleistung per Push-Mail. Der Kunde erhält Name und Bild des zuständigen Mitarbeiters plus Info zur voraussichtlichen Wartezeit (Smartphone, Smartwatch, Banking-App). Beim Start des Gesprächs verfügt der Berater über alle relevanten Informationen, es kann direkt losgehen.


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Elke Möbius

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70567 Stuttgart


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